Zur Plenardebatte des 2. Jugendlandtags erklärt Jasper
Prigge, Teilnehmer am Jugendlandtag für den fraktionslosen Landtagsabgeordneten
Rüdiger Sagel (DIE LINKE.):
Wie falsch die Positionen der Landesregierung zum “Einsatz
jugendlicher Testkäufer” sind, das zeigte sich heute bei der Plenardebatte des
2. Jugendlandtags NRW. Während die Beschlussvorlage noch ausdrücklich den
Einsatz jugendlicher Testkäufer zum Zwecke der Gewaltprävention vorsah, fehlte
dieser Punkt dem hierzu gestellten interfraktionellen Änderungsantrag
völlig.Auf Nachfrage der LINKEN im Plenum, ob die CDU gegen den Einsatz von
Testkäufern sei antwortete der Fraktionsvertreter mit einem klaren “ja”. Es ist
erfreulich, dass die CDU-Jugendfraktion die Bedenken der LINKEN gegenüber der
Instrumentalisierung von Jugendlichen als “Spitzel” teilt.Die CDU schafft es
offenbar nicht einmal, die ihr nahe stehenden Jugendlichen von ihrer Politik zu
überzeugen. Kein Wunder, schließlich ist letztere mehr als fragwürdig.
NRW-Minister Armin Laschet hat bereits vor mehreren Wochen den Kommunen grünes
Licht für den Einsatz Jugendlicher zur Provokation von Ordnungswidrigkeiten im
Bereich Alkohol gegeben.Der Einsatz von jugendlichen Testkäufern stößt der
LINKEN generell auf zweierlei Bedenken: Erstens sehen wir kein Ende. Es wird
als vorbildlich dargestellt, wenn jemand einen anderen zu einer rechtswidrigen
Tat verleitet. Ich frage mich zudem, wann etwa die Musikindustrie auf die Idee
kommt Jugendliche auf die Schulhöfe zu schicken, um zu schauen ob hier illegal
Musik getauscht wird. Spitzelei wird zum Alltag. Zweitens bezweifeln wir die
Wirksamkeit der Maßnahme. Ob Alkohol oder “Killerspiele”, wer etwas Verbotenes
haben will, der bekommt es auch. Sei es über ältere Freunde oder das
Internet.Vernünftiger wäre es, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit
zu stärken, damit sie verantwortungsvoll handeln können. Der Einsatz von
Testkäufern ist kontraproduktiv und hinterhältig.